Über Kim Sou Bong

Der europäische Hapkido-Vater

Kim Sou Bong wollte im Alter von neun Jahren boxen lernen, was ihm aber von seiner Mutter untersagt wurde. Deshalb widmete er sich zunächst anderen Sportarten wie Schwimmen, Bergsteigen, Rugby,Turnen und Chi-Lum. Mit 15 Jahren erlernte er die Budo-Sportart Tang-Suo-Do und bereits zwei Jahre später legte er in dieser Kampfsportart den 1.Dan ab. Durch seinen Freund Choi wurde er auf Hap-Ki-Do aufmerksam. Der systematische Aufbau der einzelnen Techniken dieser praxisnahen Selbstverteidigung faszinierte ihn derart, dass ein intensives Training seinen Tagesablauf bestimmte.

Für ihn stand zu jenem Zeitpunkt bereits fest, dass Hap-Ki-Do einen hohen Stellenwert in seinem Leben einnehmen wird. Sein Trainer war Ji Han Jae. Mit 18 Jahren legte Kim bereits die Prüfung zum 1.Dan ab und war bis zum 3.Dan Trainerassistent von Meister Ji Han Jae. Mit 25 Jahren bestand er erfolgreich die Prüfung zum 4.Dan. Da sich die politische Lage in Korea stark veränderte und seine Mutter, eine bekannte Oppositionspolitikerin, sowie sein Vater, Chefredakteur einer Tageszeitung, unter polizeilicher Überwachung standen, reiste Kim nach Amerika aus. Dort war Hap-Ki-Do neben an deren Kampfsportarten bereits sehr populär. Im Jahr 1965 wurde Großmeister Kim Sou Bong als „Offiziell Beauftragter für Hap-Ki- Do“ nach Deutschland entsandt, um diese Sportart zu unterrichten und zu verbreiten.

Ein Jahr lang unterrichtete er in Dortmund und Umgebung Hap-Ki-Do, bevor er wieder nach Amerika zurück kehrte. Doch bereits 1968 kam er zurück nach Deutschland und gründete in Mülheim seine erste Hap-Ki-Do Schule. Ein Jahr später gründete er das “Deutsche Hap-Ki-Do Dankollegium” und weitere Schulen im Ruhrgebiet. Sein Weg führte ihn ebenso nach Österreich, wo er auch Hap-Ki-Do etablierte.Im Laufe der Jahre entwickelte Kim sein eigenes Lehrsystem. Dieses basierte nicht mehr auf dem systematischen Aufbau einer technischen Abfolge, sondern ermöglicht es den Schülern mit Hilfe von TMR-Übungselementen die eigenen Stärken und Schwächen zu reflektieren.

T steht dabei für technisches Wissen, welches sich an die Prüfungsordnung anlehnt
M ist die moralisch-philosophische Grundlage, welche sich auf die Schulung der seelisch- geistigen Konstitution des Schülers bezieht.
R ist die Realitätsform, in der die Techniken angewandt werden sollen.


Nach Kim Sou Bongs Tod am 04.08.2011 hat sein Meisterschüler Großmeister Gerhard Agrinz, 9. Dan, seine Nachfolge angetreten. Er hat die technische Leitung des “Hap-Ki-Do Lehrsystems Kim Sou Bong” und des “TMR-Instruktionssystems” in seinen vollen Verantwortungsbereich übernommen. Gemeinsam mit Karl Müller, 6. Dan und Referent für Deutschland, vertieft er das Erlernte in regelmäßigen Seminaren und gibt sein Wissen an die Schüler und Schülerinnen weiter.